Hand-, Schrift- und Lesezeichen Rechtschreibkartei Rechenstempel

Entwicklungen der Rechtschreibdidaktik

 

Entscheidend für die Neuorientierung im Bereich Rechtschreiben sind unter anderem folgende Entwicklungen:

  1. Kinder lernen richtiges Schreiben in einem individuellen Entwicklungsprozess. Sie durchlaufen die entsprechenden Entwicklungsstufen in unterschiedlichem Tempo, aber immer in der gleichen Abfolge. Entsprechend viel Aufmerksamkeit wird daher im Lehrplan den Rechtschreibstrategien geschenkt, deren Vermittlung sich auf die jeweils erreichte Entwicklungsstufe beziehen muss.
  2. Schreiben ist kein Selbstzweck, Schrift ist nützlich. Ihr Wert erschließt sich in ihrer Verwendung, so dass sich der didaktische Perspektivwandel so beschreiben lässt: Vom „Schriftspracherwerb durch Instruktion“ zum „Schriftspracherwerb durch Schriftsprachgebrauch“ (Richter 1998, S. 30).
  3. Kinder gebrauchen Schrift beim Verfassen eigener Texte, die ihre Interessen und Vorlieben widerspiegeln. Emotional bedeutsame Inhalte - also auch Wörter - werden besser behalten, als ein Wortmaterial, das Kindern allein aufgrund der Häufigkeit seines Auftretens „eingetrichtert“ wird. Ein individueller Gebrauchswortschatz muss also neben dem sich an Häufigkeiten orientierendem Grundwortschatz Ausgangspunkt für die Arbeit und Strategieentwicklung der Kinder sein.