Hand-, Schrift- und Lesezeichen Rechtschreibkartei Rechenstempel

Konzept

Das Konzept Hand-, Schrift- und Lesezeichen ist dem Spracherfahrungsansatz verpflichtet und bezieht sich in der Gestaltung der Materialien auf das Regenbogen-Programm des vpm. Aus der Arbeit mit der Tierischen Anlauttabelle, dem Spiele-Set, dem Buchstabenautomaten und den Regenbogenbüchern sind sie auch während der letzten 6 Jahre entstanden. Das unterrichts-praktische Vorgehen orientierte sich dabei weitestgehend an dem Vier-Säulen-Modell (Brügelmann/Brinkmann):

- Freies Schreiben eigener Texte
- Systematische Einführung von Schriftelementen und Leseverfahren
- Gemeinsames (Vor)lesen von Kinderliteratur
- Aufbau eines Grundwortschatzes

Die Materialien der Hand-, Schrift- und Lesezeichen setzen dort Schwerpunkte, wo Kindern mit erhöhtem Förderbedarf zusätzliche Hilfen gut tun. Sie betonen dabei handelndes Lernen ebenso, wie das Lernen mit allen Sinnen.

In diesen Kontext und Begründungszusammenhang ist das Konzept also einzuordnen. Übungsheft und Zusatzmaterialien sollten deshalb nicht das Leitmedium des Unterrichts sein, sondern das Schreiben und Lesen im Anfangsunterricht ergänzen und fundieren.

Schreiben ist wesentlich Ausdruck von Gedanken. Deshalb sollte das Schreiben von "eigenen" Wörtern, Sätzen und Texten im Mittelpunkt stehen. Solches "spontanes" Schreiben ist tiefer motiviert. Es begründet verständlich die Notwendigkeit des Übens. Mit der Tabelle bekommen die Kinder den Schlüssel in die Welt der Schrift in die Hand. Mit den Lautgebärden festigen sie die Laut-Buchstabenverbindungen und werden im Gebrauch flüssiger.

Wir wissen: Der Einstieg in die Schrift stellt einen hohen intellektuellen Anspruch. "Wer den ersten Knopf verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zu Rande." Deshalb müssen wir den Kindern den Anfang sicher machen. Insbesondere Kinder mit einem erhöhten Förderbedarf brauchen Lernhilfen, die das alphabetische Prinzip sinnlich erfahrbar machen. Mit dem vorliegenden Heft und der durch Lautgebärden erweiterten Anlauttabelle liegt eine solche, in der Praxis bewährte, vor. Sie wurde in der Arbeit mit mehreren Schülerjahrgängen in D’agnose- und Förderklassen hinreichend erprobt und entsprechend den Bedürfnissen förderbedürftiger Kinder immer wieder verändert und ergänzt. Die vielen Erfahrungen der letzten Jahre sind also in diese Materialien eingeflossen. Sie sollten so den Anspruch der Kinder auf eigene und individuelle Lösungswegen ebenso erfüllen, wie den der Lehrkräfte, das angeschaffte Material individuell und vielseitig einsetzen zu können.

Ich wünsche Ihren Kindern und Ihnen ein erfreuliches und erfolgreiches Arbeiten mit den "Hand-, Schrift- und Lesezeichen". Mein Dank gilt Heiko Balhorn und Inge Büchner für ihren Rat und ihre Hilfe bei der Realisierung des Projekts. Meinen Kolleginnen und Kollegen danke ich für ihre Aufgeschlossenheit und ihre Unterstützung in unserer gemeinsamen praktischen Arbeit.

 

Stefan Burger, 6.8.2003